Jerichower Land
Autoreinigung wird stark nachgefragt
Tobias Barycza und Ian Kirchner

Juliane Graichen, Projektleiterin
Foto: Denny Kleindienst
Zwei Jungunternehmer aus Zerbst wollen sich Existenz im Dienstleistungssektor aufbauen.
Sie sind die „PlatzMacher“: Tobias Barycza und Ian Kirchner aus Zerbst. Mit 21 Jahren Jungunternehmer. Seit 1. September vergangenen Jahres gibt es ihre GbR, eine Dienstleistungsfirma, zunächst noch als Kleinunternehmen und neben ihrem eigentlichen Job.
Von Petra Wiese
Zerbst - Tobias Barycza und Ian Kirchner wollen zum einen Platz machen, wie der Firmenname es beschreibt. Das heißt, sie übernehmen Haushaltsauflösungen, entrümpeln Keller, Dachboden oder Garagen, beräumen gewerbliche Objekte. Zum anderen bieten sie Auto-Innen- und Außenreinigung an.
Die Idee, eine eigene Firma zu gründen, kam ihnen auf dem Weg zur Arbeit. „Man will schließlich nicht sein Leben lang angestellt sein“, sagt Ian Kirchner. Die beiden sind nun dabei, sich etwas Eigenes aufzubauen, von dem sie irgendwann gut leben können. Noch sind die Freunde allerdings Angestellte bei der Deutschen Bahn in Dessau in der Fahrzeuginstandhaltung.
Jungunternehmer sind zurzeit noch Angestellte bei der Deutschen Bahn
Bei der Bahn haben sie auch ihre Ausbildung zum Elektroniker absolviert, nachdem sie ihren 10. Klasse-Abschluss an der Zerbster Ciervisti-Schule gemacht hatten. Tobias Barycza hatte seinen Gesellenbrief im Februar dieses Jahres in der Tasche, Ian Kirchner im Juli des vergangenen Jahres. Beide wurden übernommen. Im März/April begannen ihre Planungen für die eigene Firma. Das Entrümpeln war die ursprüngliche Idee. „Da kann man auch mal was kaputt machen“, scherzt Ian Kirchner. Rasenmähen und Hecke schneiden wollten sie dazu anbieten. Und dann ein bisschen Autoreinigung. Dabei stellte sich schnell heraus, dass dies am besten läuft. Da gibt es inzwischen zwei Firmenkunden und dauerhafte Aufträge.
Bei der Autoreinigung sind die jungen Männer mit Leidenschaft dabei. Ein bis zwei Fahrzeuge am Tag sind machbar. Nach der Arbeit versteht sich. Eine Komplettreinigung dauert sogar drei bis vier Stunden. Während Tobias Barycza in zwei Schichten arbeitet und obenauf die Meisterschule absolviert, sind es bei seinem Freund drei Werksschichten. Da muss man sich und die Termine genau abstimmen.

Tobias Barycza und Ian Kirchner sind die PlatzMacher.
Auf Instagram werden Beiträge zum Thema Autoflege veröffentlicht
Über eigene Kontakte, Familie und Flyer, die sie in Zerbst verteilt haben, wurden die ersten Kunden geworben. Inzwischen haben schon viele in und um Zerbst von den PlatzMachern gehört. Außerdem gibt es eine Webseite www.platzmacher-zerbst.de zum nachlesen und auf Instagram ein paar Beiträge zur Autopflege.
„Es läuft so, dass wir schon gucken müssen, wo wir die Kunden hinschieben“, sind die beiden zufrieden. Die Reinigung der Autos haben sie an den eigenen und den Fahrzeugen der Familie geübt. Inzwischen wissen sie genau, worauf sie achten müssen, welche Mittel, welche Materialien.
Über den Winter werden Pläne geschmiedet
„Man kann auch viel versauen“, sind sie sich einig. Bisher war das Feedback durchweg positiv. Fünf-Sterne-Bewertungen hat es schon gegeben. Wer etwas an der Pflege zu bemängeln hat, soll sich unbedingt melden. „Wir sind für Kritik dankbar, dann können wir es besser machen.“ Mit relativ niedrigen Preisen sind sie gestartet. „Wir müssen ja auch erst einmal probieren, wie wir hinkommen und Erfahrungen sammeln“, erklärt Tobias Barycza.
Verschiedene Pakete bieten sie bei der Autoaufbereitung an. Mit einem Winter-Special wird noch bis zum Jahresende geworben. Seit Neuestem gibt es auch Gutscheine.
Auch Videos für Social Media wollen die Zerbter Jungunternehmer machen
In der kalten Jahreszeit rechnen die beiden mit weniger Aufträgen. Da bleibt auch Zeit, weitere Pläne zu schmieden. Kleine Videos für Social Media mit Erläuterungen zur Autopflege sollen entstehen. Bei der Gfa 2026 wollen die PlatzMacher – den Namen hat die KI ausgespuckt - auf jeden Fall dabei sein und sich präsentieren.
Als zweiter Schritt auf dem Weg in die komplette Eigenständigkeit soll im Februar/März die mobile Autoaufbereitung dazu kommen, heißt, die PlatzMacher reisen mit ihrem Equipment zu den Kunden und nehmen sich dort das Fahrzeug vor - bis Dessau oder Magdeburg – im Umkreis von 50 Kilometern vielleicht.
Den Kundenstamm weiter aufbauen und dann kann der dritte Schritt – der Sprung in die volle Selbstständigkeit folgen. So schnell wie möglich, in zwei, drei Jahren, sind die jungen Männer optimistisch.
© Fotos: Petra Wiese

