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  Mansfeld-Südharz  

Autos und Fußball!

Nik Dännhardt

Nik Dännhardt aus Blankenheim hat seine Ausbildung zum Automobilkaufmann als Bester im Bereich der Handwerkskammer Halle abgeschlossen.

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  Von Helga Koch  

Roßla/MZ. Nach zwei Tagen Praktikum stand es damals für Nik Dännhardt aus Blankenheim fest: „Ich will was mit Autos machen.“ Das liegt eine Weile zurück.

Inzwischen hat er seine dreijährige Ausbildung zum Automobilverkäufer abgeschlossen – als Bester bei der Handwerkskammer Halle! – und ist fest angestellt im Autohaus Worch in Roßla. Also in seinem Ausbildungsbetrieb. Seinen Arbeitsvertrag hat er am 15. August unterschrieben, zwei Tage nach seinem Geburtstag.

Entscheidung fiel nach Praktikum

Welchen beruflichen Weg er einmal einschlagen würde, sei ihm aber auch nach dem Abitur am Martin-Luther-Gymnasium in Eisleben noch nicht so ganz klar gewesen, blickt der 22-Jährige zurück.

Weil aber seine Eltern den Chef vom Roßlaer Autohaus, Gunnar Worch, kannten, habe er kurzentschlossen ein Praktikum in Roßla absolviert. Lang dauerte es jedenfalls nicht. Einen Tag habe er beim Verkauf zugeschaut und einen Tag im Werkstattbereich reingeschnuppert, erinnert sich Dännhardt. Danach stand seine Entscheidung nämlich fest. „Autos haben mich ja eigentlich schon immer relativ interessiert.“ Also: Bewerbung, Vorstellungsgespräch, drei Jahre Lehre.

„Im Autohaus habe ich damals in der Dispo angefangen, da kümmert man sich um die Neuwagen, um die Bestellungen, um Gebrauchtwagen, man schreibt Rechnungen.“ Dabei gebe ziemlich viel zu koordinieren. Es folgte die zweite Station – beim damaligen Gebrauchtwagenkoordinator, dem vorherigen besten Azubi, wie Dännhardt erzählt.

Dort brauche man einen Überblick über alle Fahrzeuge auf dem Hof, die sortiert werden müssten, in die eigene Aufbereitung kämen oder neue Preisschilder erhielten – und das bei insgesamt mehr als 300 Neu- und Gebrauchtwagen.

Das Gros aller Fahrzeuge auf dem Hof seien übrigens nach wie vor Verbrenner. Aber auch Elektro- oder Hybridfahrzeuge würden je nach Ausstattung gezielt gesucht, beispielsweise sogenannte Werkdienstwagen von VW.

Nik Dännhardt aus Blankenheim hat seine Ausbildung zum Automobilverkäufer als Bester im Kammerbezirk Halle abgeschlossen.

Berufsschule in Halle 

Zum theoretischen Unterricht fuhren die angehenden Automobilverkäufer zur Berufsschule nach Halle. „Alles, was im Autohaus sein kann, in jedem Bereich, haben wir in den drei Lernfeldern beigebracht bekommen. Zum Beispiel Bestellsysteme, Lagerkennzahlen, Kundenkontakt und Kundenbindung.“ Außerdem standen Fächer wie Deutsch, Englisch, Sozialkunde oder Sport auf dem Stundenplan, wobei er durchaus von seinem Schulabschluss profitiert habe, beispielsweise in Englisch.

Etwas schwierig sei gewesen, sagt er im Rückblick, dass die Lernfelder im Unterricht nicht immer zeitgleich mit der praktischen Ausbildung im Betrieb auf dem Programm standen.

Auf Kunden vorbereiten

Als Automobilverkäufer sollte man schon die Standards und die wichtigsten Details der Fahrzeuge kennen und nicht planlos dastehen, wenn die Kunden gezielt ihre Fragen stellen, sagt Dännhardt. „In allen neuen Fahrzeugen sind Assistenzsysteme drin, die muss man natürlich kennen und erklären.“ Die häufigste Frage der Kunden sei allerdings die nach dem Preis, stellt er fest. Doch auch Komfort und Sportlichkeit spielten oft eine Rolle.

„Die meisten Kunden kommen mit einem Termin zu uns“, sagt er, so dass er sich auf die Gespräche und die Beratung einstellen könne. Dagegen gebe es bei Laufkundschaft immer mal Überraschungen.

Apropos Überraschungen. „Ein Kunde hat mal gefragt, ob ich ein bestimmtes Auto auch ohne Display bestellen könnte.“ Da sei er schon einen klitzekleinen Moment sprachlos gewesen und habe überlegt, ob denn die Frage ernst gemeint war, sagt Dännhardt, denn natürlich gehe so was nicht.

Ruhe bwahren

Wichtig sei in seinem Beruf, immer freundlich zu bleiben und manchmal auch schlagfertig zu reagieren. Seine Eltern hätten ihm ohnehin auf den Lebensweg mitgegeben, sagt der 22-Jährige, immer die Ruhe zu bewahren, und das natürlich auch in schwierigen Situationen.

Ob das auch bei seinem Hobby gelingt? Dännhardt beschreibt sich schließlich als „ganz großen Fußballfan“, übrigens von Rekordmeister Bayern München. Aber er spielt auch selbst leidenschaftlich Fußball, und zwar bei der Mannschaft von Blau-Weiß Ahlsdorf im Mittelfeld. Zweimal in der Woche ist also Training für ihn angesagt.

© Fotos: Helga Koch, Maik Schumann

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