Harz
Kim Amy Duschek aus Wernigerode holt Gold bei der Junioren-Weltmeisterschaft im Skispringen - ihr Erfolgsgeheimnis
Kim Amy Duschek

Juliane Graichen, Projektleiterin
Foto: Denny Kleindienst
Diesen Tag wird die Wernigeröderin Kim Amy Duschek so schnell nicht vergessen. Die Skispringerin aus dem Harz landet mit dem deutschen Team ganz oben auf dem Siegerpodest und sichert sich die Goldmedaille bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Amerika.
Von Johanna Ahlsleben
Wernigerode/Lake Placid. - Die Stadt Wernigerode hat einen neuen Stern am Sporthimmel: Die Skispringerin Kim Amy Duschek hat im Februar 2025 zusammen mit dem deutschen Team die Goldmedaille bei der Juniorenweltmeisterschaft im amerikanischen Lake Placid gewonnen. In der Einzelwertung sprang die zu diesem Zeitpunkt 17-Jährige auf den fünften Platz. Doch der Weg zum Erfolg war kein leichter.
Schon die Vorbereitung auf die Meisterschaft Mitte Februar hatte es in sich. „Wir hatten ziemlich viele Wettkämpfe, bei denen entschieden wurde, wer hinfahren darf“, berichtet die Harzerin. „Und dann hatten wir davor einen viertägigen Lehrgang, um nochmal alles zu spezialisieren und zu festigen.“ Aber es sei ein „echt gutes Gefühl, wenn das, wofür man ein ganzes Leben arbeitet, auch in Erfüllung geht“.
Denn für die Wernigeröderin stand schon früh fest, dass sie für das Skispringen brennt. „Richtig angefangen habe ich, als ich sechs war“, sagt sie. Ihr Großvater Jürgen Duschek trainierte sie beim Ski-Klub Wernigerode 1911. Er ist stolz auf ihre Erfolge und die persönliche Bestleitung von 133,5 Metern.
2020 entschied sie sich, auf die Sportschule in Klingenthal zu wechseln. Dann wurde André Pschera ihr Trainer. Nun besucht sie die elfte Klasse.
Zwischen Schulbank und Schanze: Alltag einer Athletin aus dem Harz
Die Tage in der sächsischen Stadt sind durchgetaktet: Acht Uhr Schulbeginn, bis 13.30 Uhr Unterricht und dann zwei Stunden Training. „Es ist nicht nur Springen. Wir machen auch viele Imitationsübungen, um die Abläufe im Kopf durchzugehen“, sagt die 17-Jährige, die später bei der Bundespolizei arbeiten möchte.
Die Athletin, die seit 2022 im Bundeskader springt, konnte bereits wertvolle Wettkampf-Erfahrungen sammeln. „Ich hatte zwei Weltcup-Starts. Einmal im Sommer auf meiner Heimschanze und einmal beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen“, sagt sie. Der Start bei den Frauen, die früher ihre Vorbilder waren, war „nochmal etwas Neues, wenn man merkt, wie weit man doch noch weg ist.“
Allerdings haben diese Erfahrungen sie auf die Junioren-WM vorbereitet. „Das war es eine ganz andere Stresssituation. Jetzt konnte ich besser mit diesen Faktoren umgehen“, sagt Duschek. Auch Rituale helfen ihr dabei. Die Aufwärmung ist immer gleich. „Ich gehe laufen, dehne mich und mache dann genau sechs Sprünge“, sagt sie.

von links Kim Amy Duschek (Ski-Klub Wernigerode, Julina Kreibich (VSC Klingenthal), Anna-Fay Scharfenberg (SC Motor Zella-Mehlis), Lia Böhme (VSC Klingenthal)
Wie Skisprung-Talent aus Wernigerode gerne ihre Freizeit verbringt
Auch wenn sie das Skispringen gewohnt ist, hat sie immer noch ein wenig Respekt davor. „Bei einer neuen Schanze geht es mir immer noch so, dass ich ein bisschen Überwindung brauche“, so die Wernigeröderin. „Du weißt nie, was auf dich zukommt, wenn du auf eine neue Schanze gehst.“
Neben all dem Training bleibt wenig Zeit für ein normales Teenagerleben. „Ich würde schon sagen, dass da etwas verloren geht. Kontakt mit Freunden ist vor allem im Winter schwer“, berichtet sie. Soziale Kontakte findet sie daher beim Sport. Trotz viel Trainings bleibt Raum für Hobbys: „Es klingt jetzt komisch, aber ich baue zur Entspannung gern Lego oder lese Romane.“
An Pause ist momentan nicht zu denken. Mit dem Saisonende startet immer das Training für die nächste.
© Fotos: Johanna Ahlsleben, Deutscher Skiverband, Patrick Stoor




