top of page

 01

  Magdeburg  

Magdeburger Schachspieler erobern den Eiffelturm

Christian und Sebastian Haubold

Christian und Sebastian Haubold sind erst 16 Jahre alt, doch ihre Leidenschaft führte sie bereits zu Wettbewerben quer durch Europa. Wie es dazu gekommen ist und wie Schach ihre schulische Leistung verbessert hat.

Schach2Neu.jpg

  Von Johanna Bremer  

Magdeburg - Eine Schachpartie auf dem Eiffelturm- nicht viele Jugendliche können von so einem Erlebnis erzählen. Christian und Sebastian Haubold schon. Die Zwillinge aus Magdeburg erinnern sich noch heute an das 12th ChessMates International Tournament vom 21. bis 23. März 2025 in York, als sie dort in historischer Umgebung gegen Teams aus England, Estland, Island, Irland, Monaco, Rotterdam, Yorkshire und Deutschland antraten.

Der Schachwettbewerb wurde im ehrwürdigen York Guildhall ausgetragen. In Mitten von kulturellen Sehenswürdigkeiten und Live-Übertragungen auf Twitch und Lichess.

Beide gehören zum Leistungskader

Schach zu spielen haben die Zwillinge Christian und Sebastian von ihrer Mutter. Und das schon mit sieben Jahren. Bald merkte man: Die Jungs sind talentiert. Zunächst ging es in die Schach-AG der Schule und hier wurde schnell festgestellt, die Grundschul-AG ist den jungen Talenten zu einfach. Daraufhin wechselten sie in einen Schachverein in Staßfurt.

Vor vier Jahren zog es beide nach Magdeburg. Christian spielte beim USC Magdeburg, Sebastian auch beim AEM Magdeburg. Und beide gehören zum Leistungskader der Landesschachjugend Sachsen-Anhalt.

In York glänzte das Team Sachsen-Anhalt mit außergewöhnlicher Leistung. In der Vorrunde schlugen sie Rotterdam und Monaco mit jeweils 7,5:2,5, gegen Yorkshire gar mit 9:1. Im Finale gelang ein knapper 5,5:4,5-Sieg über England. Christian Haubold war punktbester Magdeburger, Sebastian gewann das Blitzturnier im Rahmenprogramm. Auch starke Einzelleistungen lieferten Laura Rössing, Lotte Nönnig, Gustav Polzin und Anton Belin.

Schach1Neu.jpg

Schachmatch beim USC Magdeburg

Konzentration verbessert 

Für Sebastian ist Schach mehr als nur Sieg oder Niederlage. „Schach hat mir sehr geholfen, meine Konzentration und Geduld zu verbessern. In der Schule, besonders in Mathe, bin ich besser geworden“, sagt der 16-Jährige.

Christian ergänzt: „Ich habe eine viel bessere Aufmerksamkeitsspanne und es ist toll, das man so viele Kontakte knüpfen kann“. Reisen, viele Gespräche in Englisch, fremde Gegner- all das hat den Horizont erweitert. Seminare, Kadertraining und Turniere gehören für die Zwillinge zum Alltag.

Doch das Engagement fordert auch seinen Tribut. Wochenenden und Ferien: oft durch Turniere belegt. In ihrer Schulzeit mussten sie vermehrt Schulstoff nacharbeiten, denn die Turniere fanden auch unter der Woche statt.

Training für Jüngere

Inzwischen sind sie älter und haben ihre Ausbildung begonnen. Das Training reduziert sich mittlerweile auf etwa einmal pro Woche. Dafür geben sie inzwischen selbst Trainingseinheiten für jüngere Spieler: „Ich gebe gerade mehr Training, als ich selbst bekomme“, sagt Sebastian.

Trotz allem bleibt ihre Leidenschaft ungebrochen. Sie blicken gern zurück auf York, auf die Partie am Eiffelturm, auf zahlreiche Wettbewerbe in verschiedenen Ländern. Aber sie schauen auch nach vorn: Mehr junge Menschen sollen die Chance haben, Schach zu erleben, vielleicht Teil des LSJ-Teams zu werden. Über Social Media, über Schulen und Vereine. Christian und Sebastian hoffen, dass Schach in Magdeburg und Sachsen-Anhalt weiter wächst und nicht länger ein Nischensport bleibt.

© Fotos: Johanna Bremer

bottom of page