Salzlandkreis
So startet Cosplayerin aus Bernburg in der Szene durch
Gina G.
An einem Tag Schulmädchen, am anderen Gespenst: Gina G. aus Bernburg ist seit zehn Jahren Cosplayerin und inzwischen bundesweit bekannt. Was sie am Hobby fasziniert.

Von Katharina Thormann
Bernburg/MZ. - Spitze Ohren, goldene Krone und weiß-lila-schimmernde Perücke. Dazu ein weißes Kleid aus Gardinenstoff, mit dem sie aussieht wie eine Elfe. Doch so manche Fans von der Videospielserie „Mario und Luigi“ wissen, was hier am Schloss in Bernburg „herumspukt“, ist die weibliche Form von Boo, dem Schlossgespenst aus dem Spiel.
Und es ist längst nicht die einzige Rolle, in die Gina G. aus Bernburg schlüpft. Denn die 27-Jährige ist Cosplayerin (zu Deutsch: Rollenspielerin). Also eine Person, die sich mit Kleidung und Verhalten in bekannte Figuren aus Animes (japanischen Animationsfilmen), Mangas oder Videospielen verwandelt – und im Fall der Bernburgerin dann auch Fotoshootings in ihren auffallenden Outfits macht.
Aus Bernburg in die Cosplay-Szene mit über 13.000 Followern
Inzwischen ist sie als G.M.G.-Cosplay im sozialen Netzwerk Instagram schon ein richtiger Star in der Szene. Mehr als 13.000 Follower verteilen Herzen für ihre Bilder oder verfolgen, in welche Rolle sie sich als nächstes verwandelt.
Wie alles begann – vom Museum zur Manga-Welt
Angefangen hat diese Leidenschaft eigentlich durch ihren Bruder. „Er ist fünf Jahre älter als ich und hat als Kind Animes wie ’Sailer Moon’ oder ’Dragon Ball’ geschaut. Da habe ich auch mitgeguckt“, erzählt die inzwischen 1,76 Meter groß gewachsene Frau mit den langen, dunkelblonden Haaren, die ihr bis zu den Oberschenkeln reichen. „Als ich mit 16 mit Cosplay angefangen habe, habe ich noch versucht, meine Haare nach den Figuren zu färben, heute nehme ich lieber Perücken, die kann man besser stylen“, sagt sie.
Was ihr erstes Cosplay war (Denn in der Szene sagt man dazu nicht Kostüm)? „Ein Schulmädchen“, erinnert sie sich. Damals nach der Schulzeit hatte sie gerade begonnen, im Museum Schloss Bernburg zu arbeiten, als ihre Kollegin sie mit auf die Buchmesse nahm.
Nähen, stylen, posieren – alles in Eigenregie
„Dort gab es auch einen Bereich für Cosplay“, erzählt Gina. Das was sie dort sah, gefiel ihr so gut, dass sie selbst seitdem in jeder freien Minute immer neue Rollen annimmt. Mittlerweile wurde die einstige Wohnstube der Oma zum Ankleidezimmer, in dem mehr als 200 Kostüme hängen, das einstige Schlafzimmer zum privaten Fotostudio, samt Schminktisch.
Ihre Oma war es auch, die ihr schon im Kindesalter das Nähen beibrachte. Ein Glücksfall. Denn so kann Gina G., die ihren vollständigen Namen aus Sicherheitsgründen nicht in der Zeitung lesen möchte, ihre Kleidung teilweise sogar selbst nähen.
Gina G. hilft Neulingen beim Start in die Cosplay-Szene
Das Stichwort Sicherheit nimmt die Cosplayerin sehr ernst. Immerhin lässt sie sich von einigen Fotografen auch in erotischen Posen fotografieren. Weil Cosplay nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt immer mehr Fans gewinnt, ist sie als „alter Hase“ auch oft Kummerkasten und hilft den ganz jungen Cosplayerinnen Fuß zu fassen und nicht an dubiose Fotografen zu geraten.
„Manche Mädchen sind erst zwölf oder 13 Jahre alt“, erzählt die Bernburgerin, die derzeit eine zweite Ausbildung zur medizinisch-technischen Assistentin absolviert.
Es sind aber nicht nur Mädchen, die gern einmal „Wednesday Addams“ oder „Harley Quinn“ aus Batman spielen möchten. „Auch viele Männer sind dem Hobby verfallen. Bauen sich zum Beispiel Rüstungen wie ihre Helden in Videospielen wie ’Genshin Impact’. Angesagt sind gerade auch Cosplays aus Plüsch“, erzählt die Cosplayerin, die vor allem die Verwandlung und das Hineinversetzen in andere Charaktere liebt.
"K-Pop-Demon-Hunters" als neues Projekt für Gina G. aus Bernburg
Welche Rolle Gina es als Nächstes angetan hat? Ganz klar: „Mira aus ’K-Pop-Demon-Hunters’“, dem neuen Animationsfilm auf der Streaming-Plattform Netflix.
© Fotos: Engelbert Pülicher

