Salzlandkreis
Der Meister-Schweißer
David Schrumpf

Juliane Graichen, Projektleiterin
Foto: Denny Kleindienst
Der Ascherslebener David Schrumpf macht in Bernburg eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker. Beim Wettbewerb „Jugend schweißt“ konnte er große Erfolge feiern.
Von Anja Riske
Aschersleben/MZ. Soziale Medien wie Instagram, Tiktok und Co. gehören für viele junge Menschen zum Alltag – so auch für David Schrumpf. Die Inhalte, die ihm angezeigt werden, dürften sich wohl aber von dem unterscheiden, was die meisten dort konsumieren: „Manche schauen in den sozialen Medien Koch- oder Auto-Videos. Ich sehe Videos vom Schweißen“, sagt der 20-Jährige, der beim Bauunternehmen Jaeger in Bernburg eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker absolviert und 2025 einige Erfolge feiern konnte: Beim Wettbewerb „Jugend schweißt“ hat er sich im Frühjahr den Titel des Bezirkssiegers im Raum Magdeburg gesichert, nach der Teilnahme beim Landeswettbewerb in Halle ging es weiter bis zur Bundesebene, wo er bei der Austragung in Essen den zweiten Platz errungen hat.
David Schrumpf ist derzeit in seinem vierten Ausbildungsjahr. „Und ich habe gleich am Anfang das Schweißen für mich entdeckt“, meint der Ascherslebener, der zunächst für den schulischen Teil seiner Ausbildung eine Weile in Bitterfeld verbrachte. „Wir haben seine Freude am Schweißen erkannt und gefördert“, sagt Heiko Strube, der Ausbilder des angehenden Anlagenmechanikers in Bernburg. So sei man auch auf die Idee gekommen, den Azubi zum Wettbewerb „Jugend schweißt“ zu schicken.
Verschiedene Faktoren
Diese Meisterschaft richtet der Deutsche Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) laut eigenen Angaben alle zwei Jahre aus, um die Kompetenz des Schweißens an junge Menschen zwischen 16 und 23 Jahren weiterzugeben.
Denn der Schweißer ist zwar mittlerweile kein eigenständiger Ausbildungsberuf mehr, die Fähigkeit aber nach wie vor in Handwerk und Industrie gefragt. Juroren bewerten jeweils die anonymisiert eingereichten Stücke; angetreten wird in verschiedenen Schweißverfahren, wobei sich David Schrumpf für das sogenannte Wolfram-Inertgasschweißen entschieden hat – kurz: WIG-Schweißen.
Doch was entscheidet eigentlich über den Erfolg beim Schweißen? „Dabei spielt natürlich die Optik eine Rolle, es soll schick und schön aussehen“, erklärt David Schrumpf. Entscheidend sei aber letztlich das richtige Aufschmelzen und Verschmelzen des Materials, wobei Bindefehler und Unregelmäßigkeiten an der Naht vermieden werden sollten.
Schon jetzt, während seiner Ausbildung, verfügt der 20-Jährige über verschiedene Erlaubnisscheine, für die er jeweils eine Prüfung absolvieren musste. Für die Arbeit mit unterschiedlichen Werkstoffen und in verschiedenen Positionen sei eine solche Berechtigung notwendig, schildert der Azubi.

Beim Bundeswettbewerbe „Jugend schweißt“ holte sich David Schrumpf den zweiten Platz im WIG-Schweißen – hinter Tim von Trzebiatowsky (Mitte) und vor Moritz Wolf.
Eine gute Entscheidung
Dass er einmal eine solche Begeisterung für das Schweißen entwickeln würde, war zunächst nicht absehbar. Während der Schulzeit sei er in Bezug auf seine Berufswahl etwas ratlos gewesen, berichtet David Schrumpf. Irgendwann sei er dann auf die Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der Firma Jaeger gestoßen, die sein Interesse weckte. Mit seiner Wahl ist er heute zufrieden: „Es war eine gute Entscheidung, diesen Weg zu gehen“, meint er.
Das Schweißen bildet mittlerweile einen wichtigen Schwerpunkt in der Ausbildung des jungen Mannes, der im Bereich des industriellen Rohrleitungsbaus tätig ist. Es gefalle ihm, dass man beim Schweißen immer wieder etwas Neues dazulernen könne, meint David Schrumpf. Dabei könne er auch von der Erfahrung älterer Kollegen profitieren, die ihm Tipps geben, die über das klassische Schulwissen hinausgehen. Denn die Einsatzmöglichkeiten beim Schweißen seien vielfältig: „Da sind eigentlich keine Grenzen gesetzt.“
© Fotos: Engelbert Pülicher, Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren

