Ratgeber
Wettbewerb für junge Forscher
Mit Neugier starten, mit Erfahrungen wachsen

Von Alice Löffler
Im Juli ist es wieder so weit: Während andere die Sonne genießen, bereiten sich zukünftige Wissenschaftler auf eine neue Wettbewerbsrunde vor. Proben werden gesammelt, Reagenzgläser gesäubert, Computer hochgefahren, Daten gespeichert – es heißt wieder „Jugend forscht“. Seit mehr als 50 Jahren tüfteln, forschen und programmieren Schülerinnen und Schüler im bekannten Nachwuchswettbewerb für junge Talente an spannenden Projekten in den Bereichen Naturwissenschaften, Mathematik und Technik. Von umweltfreundlicher Energiequelle bis zur cleveren App ist hier alles dabei. Durch den Wettbewerb ergibt sich für die jungen Erfinder die Möglichkeit, ihre Ideen vor einer Jury zu präsentieren. So können sie schon jetzt einen Grundstein für eine mögliche Karriere als Wissenschaftler oder Wissenschaftlerin legen.
Wissenschaft hautnah erleben
„Jugend forscht“ ist ein bundesweiter Wettbewerb, der jedes Jahr junge Menschen dazu aufruft, wissenschaftliche Projekte zu entwickeln und zu präsentieren. Das Ziel ist es, Nachwuchs für Forschung, Technik und Innovation zu fördern. Teilnehmen dürfen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zu einem Alter von 21 Jahren. Auch sollten die Bewerber noch zur Schule gehen oder in der Ausbildung sein. Wer bereits ein abgeschlossenes Studium hat, kommt leider nicht in Frage. Je nach Alter und Ausbildungsstand wird dann in Kategorien unterschieden. So gibt es für die Altersgruppe bis 14 Jahren den Wettbewerb „Schüler experimentieren“ und für die 15 bis 21-Jährigen „Jugend forscht“. Die Teilnehmer können in sieben Fachbereichen ihre Projekte einreichen: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Mathematik/Informatik, Physik, Technik.
Der erste Schritt beginnt im Juli mit der Ideenfindung und Vorbereitungsphase. Hier zählt vor allem die Eigeninitiative, da das Thema selbst gewählt sein sollte. Inspirationen können die jungen Forscher in ihrem Alltagsleben, aktuellen Umweltthemen oder technologischen Entwicklungen finden. Als Nächstes erfolgt die Anmeldung bis Ende November. Bis zu diesem Tag muss eine erste kleine Projektskizze eingereicht werden, in der Idee, Zielsetzung und Vorgehen kurz beschrieben werden sollen. Ab da wird es ernst: Es beginnt die Forschungsphase. Jetzt wird getüftelt, gemessen, programmiert, gerechnet und dokumentiert. Wichtig ist, dass alles wie in einer wissenschaftlichen Studie schriftlich festgehalten wird. Im Frühjahr geht es dann zu den Regionalwettbewerben in Halle, Greppin und Stendal. Dort präsentieren die Teilnehmer an kleinen Ständen ihre Projekte. Wer hier die Jury beeindruckt, darf zum großen Finale, dem Bundeswettbewerb.
Ein Schritt in die eigene Zukunft
Die Teilnahme an „Jugend forscht“ lohnt sich aus vielen Gründen – weit über den eigentlichen Wettbewerb hinaus. Wer mitmacht, entdeckt nicht nur die Welt der Wissenschaft, sondern auch neue Seiten an sich selbst. Junge Forscherinnen und Forscher lernen, eigene Ideen zu entwickeln, Probleme systematisch zu lösen und diese Ergebnisse verständlich zu präsentieren. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern auch wichtige Fähigkeiten wie strukturiertes Arbeiten und Kommunikation. Durch die Arbeit an ihrem Thema erleben die Teilnehmenden, wie spannend und greifbar Forschung sein kann. Manchmal entsteht daraus sogar ein Berufswunsch.
Darüber hinaus bietet „Jugend forscht“ die Möglichkeit, Teil einer großen Community zu werden. Auf den Wettbewerben können Jugendliche Kontakte mit Gleichgesinnten, Lehrenden, Forschenden und Unternehmen knüpfen. Viele ehemalige Teilnehmer berichten, dass genau hier der Grundstein für ihre später Karriere gelegt wurde. Nicht zuletzt winkt der Wettbewerb auch mit attraktiven Preisen wie Geld- und Sachpreise, Stipendien, Praktikumsplätzen oder Reisen zu internationalen Wissenschaftswettbewerben. Doch der größte Gewinn ist es wohl mit der eigenen Idee etwas bewegt und dabei die eigene Zukunft selbst gestaltet zu haben.
Alle Infos zum Wettbewerb
Jugend forscht
Wer? Kinder, Jugendliche und junge Erwachsen bis 21 Jahren
Wie? Entwicklung eines eigenständigen Projekts
Wo? Regional in Sachsen-Anhalt, z.B. Halle oder Stendal
Wann? Jedes Jahr von Juli bis zum nächsten Frühjahr

